Elefanten-Tagebuch 2008
Dienstag, den 23. Dezember
Fliegende Schmarotzer
Die Weihnachtszeit nähert sich rasch und auch für unsere Elefanten ist das immer eine angenehme Periode. Sie bekommen zu dieser Zeit nämlich ab und zu ganz spezielles Brot und Leckereien zu essen - süßes Brot, um genau zu sein. Diese Leckereien, sei es Weihnachtsstollen oder Zuckerbrot, kommen bei den Elefanten gut an. Wir Menschen nehmen uns normalerweise Zeit, um unser Weihnachtsbrot in aller Ruhe zu genießen. Für einen Elefanten allerdings ist es nicht viel mehr als eine angenehm süße Kleinigkeit. Zubeißen, kurz mal kauen und dann hinunter schlucken. Das Weihnachtsbrot wird den Elefanten mal in Innengehege, mal draußen angeboten. Im Außengehege gibt beim diesem Festessen aber ein kleines Problem: Die Schmarotzer der Lüfte, die Möwen sind die fliegenden Zechpreller. Im Gegensatz zu den Fisch fressenden Reihern, denen man hauptsächlich bei den Seelöwen und Pinguinen begegnet, setzen Möwen sozusagen „auf jedes Pferd“ wenn es um ihre Nahrung geht. Gerade die jungen Elefanten finden das ganz faszinierend und auch ein bisschen spannend. Shwe Zin steht auf dem Felsen und macht vielerlei Laute, während die Möwen über dem Außengehege kreisen. Mingalar Oo macht es ihr bald gleich. Wenn man sich das so anschaut, könnte man fast denken man sei im Film: King Kong mit den Jagdflugzeugen, die um ihn kreisen; in diesem Fall jedoch als Akteure die Elefanten und die Möwen. Diese haben es dabei aber nicht auf die Elefanten abgesehen, sondern machen vor allem „Jagd“ auf schmackhafte, süße Brotkrümel.
  Möwen - © Zoo Emmen
     
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Mittwoch, den 10. Dezember
Monitorbild - © Zoo Emmen   Lausbubenstreiche
 Die neuen Kameras im Innengehege der Elefanten sind inzwischen bestens zum Einsatz gekommen. Wir können nun auf einem Monitor aus vier verschiedenen Ecken in das Gehege schauen. Ein paar Mal sind wir auf diese Weise schon auf sehr interessante Informationen gestoßen. Myo Set Kaung, der große Bruder von Yoe Ma, ist nun etwa drei Jahre alt und ist gerade im richtigen Alter für Lausbubenstreiche. Das ist mit den neuen Kameras nun jedenfalls bestens zu sehen. Zum Beispiel vergnügt er sich regelmäßig damit, den Korridor zwischen Innen- und Außengehege zu blockieren, wenn die Elefanten am Morgen nach draußen gehen. Dort tobt er ausgibig aus, was bedeutet, dass hinter ihm ein richtiger Elefantenstau entsteht. In wenigen Jahren werden seine Lausbubenstreiche in pubertäres Benehmen übergehen. Myo Set Kaung wird dann, genau wie vor ihm Kan Kaung und Than Myan, die Herde verlassen müssen.
In freier Natur werden die revoltierenden, pubertierenden jungen Bullen, die das friedliche Miteinander der Herde stören, von den resoluten, weiblichen Elefanten bei Zeiten aus der Herde vertrieben. Die meisten dieser jungen Bullen schließen sich dann einer Herde von Junggesellen an.
     
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Mittwoch, den 26. November
Weißes Zeug - © Zoo Emmen
 
Weißes Zeug
 Ein junger Elefant muss schon mit einigem klarkommen und das betrifft nicht nur das Durchbrechen der ersten Mahlzähne. Das hat sich jedenfalls am vergangenen Wochenende wieder herausgestellt. Da geht Klein Yoe Ma am Morgen nichts ahnend und doch erwartungsvoll nach draußen, um sich zusammen mit seinen Kameraden im Außengehege herrlich auszutoben und dann ist auf einmal alles weiß. Nun heißt es also äußerst vorsichtig zu sein, denn dieses weiße Zeug ist nicht nur glitschig und kalt, sondern auch ganz rutschig. Es ist aber schon lustig, dass man an den Fußabdrücken genau erkennen kann, wo man gegangen ist. Sein Vater Radza übrigens mag dieses weiße Zeug offenbar gar nicht. Es muss schon etwas sehr "Skurriles" geschehen (z. B. zu schneien), dass er auf sein Nickerchen im Außengehege verzichtet. Doch in den letzten Tagen, war dies tatsächlich der Fall. Wer hätte schon Lust, sich auf ein Bett niederzulegen, das nicht nur hart und eiskalt, sondern auch noch nass ist? Brr...
 
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Mittwoch, den 19. November
Schwer zu verdauen
Elefanten sind Pflanzenfresser und Pflanzen sind für gewöhnlich ziemlich schwer zu verdauen. Viele Pflanzenfresser verfügen daher über eine ganze Trickkiste, um damit fertig zu werden. Zuallererst fängt eine gute Verdauung beim guten und richtigen Kauen der Malzeit an. Elefanten haben in ihrem Ober- und Unterkiefer jeweils spezielle Mahlzähne. Diese Mahlzähne müssen so Einiges durchstehen. Glücklicherweise wird ein solcher Zahn, wenn er abgenutzt ist, ersetzt. Das geschieht fünfmal im Leben eines Elefanten. Yoe Ma ist nun um die zehn Wochen alt und gerade in diesem Alter brechen die ersten Zähne bei Elefantenkindern durch.
 
Um seine Nahrung gut verdauen zu können, reichen die vier Mahlzähne im Maul eines Elefanten aber noch nicht aus. Erwachsene Elefanten haben daher im Magen-Darm-Kanal eine ganze Menge Bakterien, die bei der Verdauung einen unentbehrlichen Beitrag leisten. Diese "kleinen Helfer" entwickeln sich aber erst mit der Zeit, also sind noch nicht von Geburt an da. Es gibt daher nur einen Weg, um an sie heran zu kommen: und das ist Kot zu fressen. Im Kot von erwachsenen Elefanten leben sehr viele dieser wertvollen Mikroorganismen.
  Yoe Ma - © Zoo Emmen
   
  Deswegen sollte man sich in der kommenden Zeit nicht wundern, wenn Yoe Ma sich um einen Brocken dampfenden Elefantenkots bemüht. Am vergangenen Wochenende haben wir diesen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer gesunden Darmflora jedenfalls schon bei ihm beobachtet. Dieses Darmflora "aufmotzen" machen wir Menschen eigentlich ähnlich, nur eben mit speziellen Getränken, die diese Bakterien beinhalten. Im Unterschied zu diesen kostenpflichtigen Drinks, gibt es Kot bei unserer großen Herde in kostenlos und in Hülle und Fülle.
     
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Donnerstag, den 6. November
Es gibt dabei aber einen Nachteil - © Zoo Emmen
     
Freudiges Nass im Innengehege
 Wenn es draußen Herbst wird, muss sich auch drinnen einiges ändern. Sowohl der Elefantenpfleger, als auch die Tiere müssen nun ein wenig flexibler mit den Möglichkeiten umgehen. Wenn es draußen weniger als 10 Grad sind, wird die im Sommer so geliebte Wasserspritze auf einmal eine recht kalte Dusche. Im Innengehege bleibt die Temperatur jedoch immer recht angenehm. Das verdanken wir in erheblichem Maße unseren lebendigen "Öfen" (in Form der Elefanten). Wir brauchen im Innengehege der Elefanten deswegen nur wenig zu heizen. Es gibt dabei aber einen Nachteil: unsere "Öfen" produzieren neben Wärme keine Asche, sondern Kot und Urin, und das in riesigen Mengen. Die Tierpfleger müssen das dann jeden Morgen entfernen. Dabei vereinigen wir aber gleich das Angenehme mit dem Nützlichen: Aus dem Feuerwehrschlauch und der Hochdruckspritzpistole kommt eine ganze Menge Wasser - und Wasser macht jedem Elefanten große Freude. Vor allem die Kleinen amüsieren sich vorzüglich mit dem riesigen, bis oben hin gefüllten Wasserbehälter. Mit einem kräftigen Wasserstrahl spritzen wir die Elefanten dann ab. Für die Tiere ist das ein enormes Vergnügen, und gleichzeitig trägt es wesentlich zur Reinigung des Innengeheges bei. Es gibt noch einen weiteren Vorteil: die Elefanten produzieren während der ganzen Spritzerei gerne zusätzlich Urin und Kot, das kann dann direkt mit entfernt werden. Denn das sind wir gerne los!
     
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Dienstag, den 28. Oktober
Ohren - © Zoo Emmen
     
Jetzt gibt's was auf die Ohren
Unsere Elefanten, vor allem die erwachsenen Tiere, sind niedrigen Temperaturen recht gut gewachsen. Man könnte dabei fast vergessen, dass sie ja ursprünglich in heißen Gegenden zuhause sind. Unsere Elefanten können normalerweise nachts ohne weiteres aus ihrem Innengehege nach draußen gehen, um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Seit Dienstag haben wir, die Tierpfleger, sich nach reiflicher Überlegung aber entschlossen, von nun an abends erst einmal vorläufig die Außentüren des Stalles zu schließen. Es geht dabei vor allem darum, Yoe Ma nicht dem Nachtfrost, der für die kommenden Nächte vorhergesagt worden ist, auszusetzen. Die Elefanten werden am Tag wie üblich in ihr Außengehege gehen können, aber bei kalter Witterung gehen sie nach unserer Erfahrung schon früher, meist gegen Nachmittag in das Innengehege zurück. Manche werden sich nun vielleicht fragen: wie merken wir denn, ob es den Elefanten kalt ist? Des Rätsels Lösung: wir merken es vor allem an ihren Ohren. Die Ohren sind beim Elefanten ein ganzes Stück größer als bei Menschen. Bei sehr warmer Witterung nutzt der Elefant seine Ohren zur Kühlung, wie eine Art Fächer. Bei kaltem Wetter kühlen die riesigen Ohren sehr stark ab. So lassen es die meisten Elefanten im Stall gerne zu, dass wir an ihren Ohren fühlen, um zu sehen, ob ihnen kalt ist. Wenn das der Fall ist, wissen wir, dass es wieder einmal Zeit ist, die großen Türen des Innengeheges vorerst zu schließen.
     
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Mittwoch, den 22. Oktober
"Laubgebläse" - © Zoo Emmen
 
Blatt vor den Mund
 Elefanten sind überraschend erfinderisch, wenn es darum geht die Jahreszeiten so gut wie nur möglich zu nutzen. Wir als Tierpfleger, müssen dabei manchmal etwas mehr Geduld aufbringen, vor allem wenn der Herbst kommt. Zu dieser Jahreszeit landen nämlich zwischen dem Innen- und Außengehege der Elefanten immer sehr viele Blätter. Wenn die Tiere dann am Morgen ins Außengehege gehen, marschieren sie geradewegs über einen dicken Teppich aus raschelnden Blättern. Für die Kleinen sind die Blätter ein herrliches "Spielzeug": Mal was ganz anderes als immer nur im Sand herum zu toben. Die älteren Elefanten dagegen fressen die Blätter als Nahrungsergänzung. Dabei haben sie noch einen wichtigen Vorteil: denn sie können jederzeit über ihr eigenes "Laubgebläse" verfügen. Sie brauchen nur mit dem Rüssel einen Haufen Blätter zusammen pusten, den Rüssel darum legen und dann haben sie schon einen schönen Haufen leckerer Blätter vor dem Mund. Der Nachteil dabei ist, dass die Elefantentruppe dabei recht langsam zur Sache geht. Manchmal verursacht das einen richtigen Elefantenstau, wenn Radza beispielsweise, der größte von allen vierfüßigen "Laubgebläsen", mit seinen sieben Tonnen den Ausgang versperrt, weil er nun in aller Ruhe sein zusätzliches Frühstück genießen möchte.
     
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Mittwoch, den 15. Oktober
Der Rüssel ist ein praktisches Gerät - © Zoo-Emmen   Zwischen Nase und Lippen...
Die ersten kleinen Schritte gehören zu den Höhepunkten im Leben eines Menschen. Bei den Elefanten ist das ein bisschen anders. Ein Elefant kann nach der Geburt schon sehr bald auf allen Vieren stehen, sei es auch noch ein wenig unbeholfen. Doch ein paar Stunden später geht er oft schon keck umher. Die richtige „Nutzung“ des Rüssels ist für einen Elefanten eine viel größere Herausforderung. Der Rüssel ist ein kräftiges, universales, und vor allem praktisches Gerät. Unser Elefantenkind Yoe Ma ist gerade intensiv damit beschäftigt, den enormen Nutzwert seines Rüssels zu erforschen. Es wird schon noch einige Monate dauern, bevor er sein muskulöses Riechorgan-mit-Oberlippe ganz und gar im Griff hat. Zum Beispiel hatte er am vergangenen Montag etwas im Maul, vermutlich Gras oder eine andere Art Nahrungsmittel, das für die „großen“ Elefanten bestimmt war. Erst nach riesiger Anstrengung gelang es ihm, es mit Hilfe seines Rüssels wieder aus seinem Maul zu entfernen. Denn Yoe Ma bekommt erst in einige Monate seine ersten „Milchzähne“ (bei Elefanten: kleine Molare) und kann dann auch ganz vorsichtig damit anfangen, feste Nahrung zu probieren. Seine Neugierde, alles auszutesten hat für einige Unruhe bei seiner Mutter und seinen Tanten gesorgt. Was ist denn mit unserem Yoe Ma los? Glücklicherweise ging alles gut aus. Ende gut, alles gut. Und wieder etwas dazu gelernt!
     
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Mittwoch, den 8. Oktober
Kürbis-Spaß
Die Herbstferien nähern sich und im Tierpark sind immer mehr schöne Herbstfarben zu sehen. Die Zeit der Kürbisse ist gekommen! Unsere Elefanten gehören zu den vielen Parkbewohnern die an der Kürbissaison gerne teilnehmen und sich einen oder auch gleich mehrere Kürbisse schmecken lassen. Sie brauchen aber jedes Jahr wieder etwas Zeit, um sich an diese Leckerbissen zu gewöhnen. Und unser Eefantenkind Yoe Ma? Der hat ja noch nie einen Kürbis gesehen. Was soll nun ein Elefant mit einem solchen dicken runden Ding anfangen? Selbstverständlich lohnt es sich dann mal zu schauen, was die anderen Elefanten damit machen. Das geht ungefähr so: Man setzt eine Vorderpfote auf den Kürbis, gibt ein wenig Druck darauf und schiebt dann mit dem Rüssel den ganzen Leckerbissen ins Maul. So macht das zumindest ein richtiger Elefant. Den Kern braucht er gar nicht auszuspucken. Der wird auf eigene Faust schon zur Hinterseite wieder rauskommen. Einfach runterschlucken, den Kram. Für Yoe Ma bleibt das alles noch ziemlich fremd. Denn er wird in den kommenden Monaten ausschließlich Muttermilch trinken. Nach etwa einem halben Jahr bekommt er dann seine ersten Milchzähne. Wahrscheinlich wird er also erst im kommenden Frühling vorsichtig ein klein wenig feste Nahrung kosten. Aber zum Glück kann man mit einem Kürbis auch andere schöne Sachen machen: Spielen zum Beispiel!
  Schöne Herbstfarben - © Zoo Emmen
     
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Mittwoch, den 1. Oktober
Regen und Wind - © Zoo Emmen
     
Vom Winde verweht...
 Sowohl Yoe Ma als auch die übrigen Elefanten haben in den vergangenen Wochen das trockene, gemäßigte und freundliche Septemberwetter genießen können. Diese Woche aber wird die "Herbstmaschine" mit viel Regen und Wind richtig auf Touren kommen und deshalb müssen wir Tierpfleger immer auf der Hut sein. Denn beim Anblick des Tausendsassas Yoe Ma und seinen wilden Aktionen, könnte man fast vergessen, dass er ja noch ein Baby und noch kein strammer Bursche ist. Seine Mutter Mingalar Oo wird das sofort aus ganzem Herzen bestätigen... Nichts desto trotz macht ihr jüngster Spross ihr ab und zu ganz schön das Leben schwer.
 
Wir, die Tierpfleger, müssen zurzeit immer auch ein Auge aufs Wetter haben, vor allem wenn es um die Tiere aus exotischen Gegenden geht. Wenn es hier wie aus Kübeln regnet, muss die ganze Elefantengruppe natürlich nach drinnen. Das macht aber glücklicherweise Yoe Ma nicht viel aus, denn auch im Innengehege kann er sich noch richtig austoben. Und auch dort kann man ihn bewundern, sei es auch hinter Glas. Ein ganz großer Vorteil ist hier, dass man dabei nicht nass wird.
     
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Mittwoch, den 25. September
Der kleine Yoe Ma findet alles ganz prima - © Zoo Emmen   Kein Muttersöhnchen
 Wieder eine Woche vorbei und es zeigt sich immer deutlicher, dass unser jüngster Jumbo-Spross Yoe Ma keinesfalls ein Muttersöhnchen ist. Die Bindung zwischen Mutter und Sohn ist bei Elefanten sowieso weniger eng als bei Elefantenmüttern und ihren Töchtern.
 
Mingalar Oo hat alle „Rüssel“ voll zu tun mit ihrem jüngsten Sohn. Sie fragt sich bestimmt oft „Wo ist das kleine Balg nun schon wieder?“ Wir merken das jedenfalls an ihrem Verhalten. Manchmal ist ihr Rüssel ganz rot vor Zorn. Mit solch einem Bengel als Sohn hat man es nicht gerade leicht. Eine richtige Mutter möchte doch nicht, dass ihr Knirps mit weniger als drei Wochen schon die volle Ladung der Wasserspritze abbekommt? Dafür ist er noch viel zu klein. Doch der kleine Yoe Ma findet das alles ganz prima. Er scheint auch mehr an seinem Vater als an seiner Mutter zu hängen. Sowohl im Außen-  als auch im Innengehege sind er und seine Spielkameraden gerne dicht beim Elefantenbulle Radza. Denn was gibt es Schöneres als bergsteigen im Außengehege? Und das dann auch noch mit dem Rücken des eigenen Vaters als zu erklimmendes Hindernis. Einfach super!
     
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Mittwoch, den 17. September
Das Sandmännchen
Unser kleiner Elefanten-Junge Yoe Man ist nun etwa anderthalb Wochen alt und ein recht flotter Bursche, genau wie sein großer Bruder Myo Set Kaung, als er in seinem Alter war. Wir haben schon mitbekommen, dass Yoe Man sehr aufgeweckt ist. Fast unmittelbar nach seiner Geburt stand er im Außengehege auf seinen vier Beinen und machte die ersten Schritte. Inzwischen steht, geht und bewegt er sich immer sicherer. Seine Mutter Mingalar Oo lässt unserem "Sandmännchen" viel Raum zum Spielen und zusammen mit Anandá und Shwe Zin kann er sich herrlich austoben. Es gibt ja auch einiges zu entdecken und zu erleben. Nach einem solchen Tag ist sogar ein Elefant hundemüde. Dann schließen sich die Augen, das Rüsselchen wird immer schwerer und schließlich schaut bei unserem Sandmännchen noch ein anderes Sandmännchen vorbei...
  Sandmännchen - © Zoo Emmen
     
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Mittwoch, den 10. September
Yoe Ma - © Zoo Emmen   Und wir nennen ihn... Yoe Ma
Zum ersten Mal ist im Zoo Emmen ein Elefantenbaby im Außengehege geboren worden: somit war es auch bald klar, wie wir den neuesten Spross aus unserer Elefantenfamilie nennen würden. "Draußen geboren" sollte irgendwie im Namen des Elefantenbuben (denn auch dieses Baby ist wieder ein Junge) vorkommen. "Yoe Ma", was soviel heißt wie "im Freien geborener Elefant", war das Resultat der Nachfrage beim "Burma Centrum Nederland", unserem gegenwärtigen Hoflieferanten für die Namen unserer Elefanten. Yoe Ma ist schon unser 19. Elefantenbaby. Er ist der zweite Sohn von Mingalar Oo und Radza und sogar der zweite Enkel von Htoo Khin Aye, der Mutter von Mingalar Oo. Yoe Ma ist wahrscheinlich der erste Elefant der dafür gesorgt hat, dass das sonst so unerschütterliche Nickerchen seines Vaters unterbrochen wurde. Denn Radza war natürlich gerade wieder mal am Schlafen als sein Sohn geboren wurde. Sogar er konnte die aufkommende Hektik nicht ignorieren. Im Gehege sind die Elefanten-Väter normalerweise nicht dabei, wenn ihre Nachkömmlinge zur Welt kommen. Das machte das Ganze natürlich noch spannender, denn die Geburt fand draußen, mit all den anderen Elefanten statt. Wie würde Radza wohl reagieren? Glücklicherweise gab es da keinerlei Probleme. Als Vater und Sohn mal recht dicht beieinander standen, hob Radza seinen riesigen Hinterfuß ganz vorsichtig hoch, stieg ruhig über seinen neugeborenen Sohn und ging ebenso ruhig seiner Wege. Ein wahrhaft großes Verhalten.
     
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Mittwoch, den 3. September
Im Zoo Emmen gab es ursprünglich für den Elefantenbullen ein eigenes Gehege. Bei Naing Thein war das auch noch wichtig. Die jungen Elefanten gingen zum Beispiel nie in sein Gehege und die Weibchen besuchten den Bullen dort nur, wenn sie fruchtbar waren. Inzwischen hat der freundliche Riese Radza den Platz vom Naing Thein eingenommen. Er hält sich viel lieber bei seinen Damen und Kindern auf und somit hat das "Bullengehege" seine ursprüngliche Funktion verloren. Nun ist es zu einem erweiterten Teil des ganzen Elefantengeheges geworden. Nicht nur Radza, sondern auch alle Kühe und Jungtiere haben dort freien Zutritt. Die Teenager unter dem Elefantennachwuchs benutzen es schon seit langem als extra Spielplatz, auf dem man fantastisch spielen und toben kann. Und in letzter Zeit beobachtet man, dass auch die ehrenwerte Elfantendame Annabel ab und zu einen kleinen Abstecher zu diesem Teil des Geheges macht.  
     
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Mittwoch, den 27. August
Für den Elefantenvater Radza war das alles nicht so wild... - © Zoo Emmen
     
Neuigkeiten aus der Fremde
 
Viele unserer Elefanten sind schon aus dem Zoo Emmen zu anderen Zoostandorten ausgewandert, deshalb ist es uns wichtig, ab und zu mal zu hören wie es ihnen dort in der Fremde so geht. Gerade ist uns zu Ohren gekommen, dass es unseren pubertierenden Elefanten-Jungs Kan Kaung und Than Myan im „Dierenrijk“ bei Eindhoven ziemlich gut geht. Die in Emmen verbliebenen Elefanten bedauern es vermutlicht jedoch nicht, dass diese zwei fort gegangen sind, denn in der Herde geht es ohne die beiden Unruhestifter nun endlich wieder behaglicher zu.
 
  Und auch unsere Elefanten wollen wissen, wie es ihrer Familie in der Ferne so ergeht: vor allem Elefantendame Htoo Khin Aye war in dieser Beziehung sehr wissbegierig.
Vor einer Weile haben wir berichtet, dass die deutsche Wissenschaftlerin Meike Artelt im Rahmen ihrer Untersuchung auch Laute von ehemaligen Mitgliedern der Emmener Elefantenherde verwendete. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die Laute der langbeinigen Elefantendame Thi Ha Phyu, die 2004 zum Kölner Zoo gegangen ist. Aber auch Laute von Radzas zweijährigen Tochter, Marlar, wurden den Elefanten vorgespielt. Es waren vor allem die Babylaute der kleinen Marlar, auf die die erfahrene Elefanten-Mutter Htoo Khin Aye reagierte. Sie kam sofort zur Schallquelle, um sich zu erkundigen. Für den Elefantenvater Radza war das alles nicht so wild, er machte präzise das, was wir von ihm erwartetet hatten: weiterschlafen...
     
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Mittwoch, den 20. August
Ein kleines „Wehwehchen“  ist auch für den größten Elefanten ärgerlich. Dickhäuter Radza hat schon seit längerer Zeit mit einer Entzündung an seiner linken Vorderpfote zu kämpfen. Meistens bereitet ihm das keine Probleme, aber manchmal macht diese alte Verletzung ihm wieder zu schaffen. So war es auch in dieser Woche und für diesen Fall haben wir einen genauen Ablaufplan. Zuallererst rufen wir für eine passende Antibiotikums-Kur unseren Tierarzt Albert Klarenbeek an. Unser Riese Radza ist bei der Aussicht auf eine Leckerei gerne bereit, uns für eine desinfizierende Spülung seine Pfote zur Verfügung zu stellen. Dafür benutzen wir eine Mischung aus Wasser, einer „altmodischen“ Jodtinktur und Antibiotikum von unserem Tierarzt. Nach der Spülung bekommt Radza selbstverständlich einen kleinen Wattenverband, damit kein Schmutz in die Wunde kommt und die Medikamente ihre volle Wirkung entfalten können. Wir hoffen, dass Radzas linke Vorderpfote somit bald wieder verheilt ist und ihre „schwere“ Aufgabe wieder bestens meistern kann.  
     
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Dienstag, 5. August
Elefantendame Yu Zin   Gutes Gespür und Fürsorge

Selbstverständlich erwartet man von einem Tierpfleger, dass er seine zu betreuenden Tiere perfekt von einander unterscheiden kann und sie sehr gut kennt. Das sollte bei solch verschiedenen Persönlichkeiten wie es sie unter unseren Elefanten gibt, tatsächlich nicht schwer fallen. Dennoch tut es ab und zu recht gut, eine unabhängige Bestätigung seiner eigenen Vermutungen zu bekommen:

Bei den Untersuchungen, die die deutsche Forscherin Maike Artelt am Verhalten und der Sprache unserer Elefantenherde durchgeführt hat, hat sich Folgendes herausgestellt:
Beim Abspielen von Alarmsignalen kommt vor allem die Elefantendame Yu Zin zur Schallquelle, um zu sehen, was da eigentlich los ist. Diese temperamentvolle Jumbo-Dame genießt ein hohes Ansehen bei den anderen Herdetieren. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass sie die erste ist, die bei einer bevorstehenden Gefahr als erste in Aktion tritt.

Als dann aber Laute eines Elefantenbabys abgespielt wurden, war es vor allem das Weibchen Htoo Kin Aye, die darauf zu reagieren schien. Sie ist die erfahrenste Mutter, Tante und inzwischen auch Oma der Herde. Mit einem derartig guten Gespür für Gefahr und ihre große Fürsorge für die Kleinsten der Herde ist es kein Wunder, dass die Emmener Elefanten die größte Herde Europas werden konnte!
     
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Mittwoch, den 30. Juli
Seit dem 1. Juli kann man bei den Elefanten regelmäßig eine junge Dame aus Deutschland mit einem Mikrofon treffen. Sie heißt Meike Artelt und sie erforscht das Verhalten von asiatischen Elefanten. Sie ist vor allem an ihrer Sprache interessiert. Das heißt: alle Laute die diese Riesen hervorbringen. Ihre Apparatur ermöglicht es ihr sogar um Laute zu registrieren die Menschen nicht hören. Elefanten benutzen diese Laute um über enorme Distanzen zu kommunizieren. Ihre Forschung der Elefantensprache betrifft auch die eventuellen Unterschiede in der Sprache von jungen und erwachsenen Elefanten und  Bullen und Kühen. Die Meike ist, vor sie nach Emmen kam, schon in den beiden Zoos von Berlin und auch in Köln und Hamburg gewesen. Sie wird unseren Elefanten auch Lauten von wilden Elefanten vorspielen. Wer weiss, wie unsere Elefanten darauf werden reagieren, wenn sie ihre Artgenossen aus dem Wilden zu hören bekommen...   Meike Artelt
     
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Mittwoch, den 23. Juli
  Die Abreise der lebhaften Elefanten-Jungs Kan Kaung und Than Myan hatte noch einen unvorhersehbaren Nebeneffekt: Elefantendame Annabel macht seitdem täglich ein Nickerchen im Außengehege. Annabel ist 44 Jahre alt und somit der älteste Elefant im Zoo Emmen. Und zu einer ehrenwerten Dame, wie es Annabel nun mal ist, gehört natürlich ein ordentliches Nickerchen. „Mittagsschläfchen“  wäre nicht der richtige Begriff dafür, denn nicht selten befindet sie sich auch am Vormittag und am Nachmittag im „Land der Träume“. Der riesige Elefantenbulle Radza ist also nicht der einzige, der gerne ein Nickerchen hält. Überall gibt es an verschienen Stellen im Außengehege schlafende Elefanten zu beobachten. Manchmal schlafen sie allein und manchmal tun sich mehrere Elefanten zusammen, so dass ein richtiger Haufen von Elefanten zu sehen ist, die bei-, neben-  oder sogar übereinander liegen...
 
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Donnerstag, 5. Juni
     
Wie wir bereits berichteten, haben die beiden Jungbullen anscheinend die Pubertät erreicht. Ihr Verhalten lässt jedenfalls immer mehr darauf schließen.

Heute hat Kan Kaung sogar versucht, eines der erwachsenen Weibchen, Swe San Thay, zu decken. Die Bullen Radza und Swe San Thay waren damit überhaupt nicht einverstanden, doch Kan Kaung ließ sich nicht beirren. Es wird immer deutlicher, dass die Zeit für ihn und Than Myan reif ist, die Herde zu verlassen. Deswegen haben wir uns entschieden, die beiden Jungbullen Anfang Juli in einen Zoo in der Nähe von Eindhoven umzusiedeln.

  Die Tierpfleger versuchen nun, die beiden Schelme zu trainieren und sie langsam vom Rest der Herde zu distanzieren. Kan Kaung und Than Myan müssen auch lernen, sich an die Transportkiste für ihren Umzug nach Eindhoven zu gewöhnen. Noch können sie in der Box ein- und ausgehen und freuen sich über die Leckerbissen, die sie in Box finden. Am Tag des Umzugs wird sich die Tür dann aber hinter den beiden schließen.
     
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Mittwoch, 23. April
Heute war “Omroep Brabant” in unserem Zoo.   Heute war “Omroep Brabant”, eine Fernsehanstalt aus dem Süden des Landes in unserem Zoo, um die Elefantenherde zu filmen. Das Filmteam hat sich besonders für Kan Kaung und Than Myan interessiert, die zwei fünf- und sechs-jährigen Elefantenbullen. Wir planen nämlich, die beide jungen Männer nach “Dierenrijk”, einem Zoo in der Nähe der Stadt Eindhoven zu schicken. Die zwei Burschen sind nun fast zu Männern geworden: es ist also höchste Zeit für sie, die große Herde zu verlassen. Im Dierenrijk sind sie dann nur vorläufig. Es ist nicht geplant, dass die beiden dort für immer bleiben. Denn eigentlich sitzen sie schon in den Startlöchern für das Zuchtprogramm der Europäischen Zoos und warten gespannt auf ihren Aufruf zum Züchten vieler weiterer Asiatischer Elefanten.

Unsere Pfleger bereiten die beiden jetzt auf ihre Reise vor und bringen ihnen bei in eine riesige Transportkiste zu gehen. Pfleger Wybo erzählt für die Fernsehkameras ganz ausführlich, wie dieser Unterricht vonstatten geht.
     
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Freitag, 18. April
Radza, der Vater der Gruppe hat einen festen Platz in der Herde. Im Gegensatz zu anderen erwachsenen Elefantenbullen ist er nicht von der Herde getrennt, sondern  schläft und lebt zusammen mit den Weibchen und Kindern. Besonders den jungen Elefanten begegnet er sehr freundlich und hat viel Spaß mit ihnen. Es macht dabei keinen Unterschied, ob es seine eigenen Kinder oder die Kinder des vorherigen Elefantenbullen Naing Thein sind. Er spielt gerne mit den Kleinen und lässt fast alles mit sich machen, auch wenn er sich für ein kleines Nickerchen zur Ruhe legt. Anandá, der jüngste Nachwuchs legt sich dann ganz gemütlich neben ihn, doch die anderen kleinen Dickhäuter klettern über ihn oder ziehen auch mal ganz frech an seinen riesigen Stoßzähnen. Das ist besonders lustig anzuschauen.   Das ist besonders lustig anzuschauen.
     
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Dienstag, 15. April
Auszuprobieren wer der Stärkere ist   Elefantenpfleger Pieter van der Valk läuft um die Insel auf der Suche nach Htoo Khin Aye: “Ich begegnete einem Gast, der mir erzählte, dass er eine Paarung auf Video festgehalten hat. Ich war natürlich ganz neugierig welches Elefantenweibchen von Radza gedeckt wurde und durfte den Film sehen. Ich konnte aber nicht mit Sicherheit sagen, um welches Weibchen es sich handelte. Fast die ganze Herde stand um das Paar und auf so einem kleinen Display war es nicht gut zu erkennen. Ich hatte nur so eine Ahnung, dass es sich um Htoo Khin Ayw drehen könnte und war darum auf der Suche nach ihr. Falls sie es gewesen ist, könnte ich höchstwahrscheinlich noch Spuren der Paarung sehen.”
Nachdem Pieter sie gefunden hatte und sie genau beobachtete, konnte er sehen, dass die Innenseite ihrer Hinterbeine befleckt waren; mit Sicherheit ist es sie gewesen...
Plötzlich kommen zwei junge Elefanten angelaufen. Es sind Letsongmon und sein älterer Bruder Kan Kaung. Wahrscheinlich haben sich die beiden die Paarung angeschaut und gut eingeprägt, denn Kan Kaung versucht etwas Ähnliches mit seinem kleinen Bruder zu machen. Auszuprobieren wer der Stärkere ist, ist ein beliebtes Spiel von jungen Elefantenbullen.
     
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Freitag, 11. April
Pfleger Wybo Walstra hatte heute eine Überraschung für unsere Elefanten parat: mehrere große Papiertüten randvoll gefüllt mit köstlichen Äpfeln und Heu. Eine der Tüten warf er mitten zwischen die Elefantenherde, eine andere ganz weit weg. Die Elefanten lieben dieses "Spielfutter" und jeder Einzelne gibt sein bestes, um einen möglichst großen Teil der Leckereien zu ergattern. Annabel zögerte nicht lange und versetzte einigen frechen, jungen Elefanten-Herren, die ihrer Beute zu nah gekommen waren, eine Ohrfeige mit ihrem langen Rüssel. Auch Klein-Anandá ist sehr neugierig was da im Gehege vor sich geht, hat aber noch keinen Appetit auf frische, gesunde Äpfel. Er beißt viel lieber in den Schwanz von Shwe Zin! Das ist sein neues Lieblingsspiel und bereitet ihm immer wieder viel Freude! Schon wenn er morgens vom Stall hinaus auf die Insel läuft, hält er ihren Schwanz ganz fest umklammert. Es hat den Anschein, als spielten die beiden in einem lustigen Disney Film!   Klein-Anandá ist sehr neugierig.
     
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Montag, 31. März
31. März   Heute und morgen ist das Außengehege der Elefentenherde fest in der Hand von Bulldozern und Baggern. Danach können die Elefanten den neuen frischen Sand genießen. Um die Arbeiten im Gehege nicht zu stören, können die Elefanten trotz des schönen Frühlingwetters heute und morgen deshalb leider nicht auf der großen Insel spielen. Statt dessen bleiben sie im Stall oder schnappen auf dem kleinen Platz zwischen Stall und Insel frische Luft. Die Zoo-Besucher können allerdings nur die Elefanten sehen, die sich im Stall aufhalten. Anandá und sein kleiner Freundsind ständig in Bewegung und  werden deshalb manchmal nicht zu sehen sein..
     
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Freitag, 28. März
Dank des guten Wetters kann die Elefantenherde jetzt immer öfter ins Außengehe. Und so lernt Anandá die anderen Elefanten immer besser kennen.Sie sucht besonders den Kontakt zu Shwe Zin, der bis vor kurzem der kleinste Elefant der Gruppe war. Wybo Walstra, Elefantenpfleger im Zoo Emmen, geniesst  jeden Tag mit den beiden kleinen Dickhäutern. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie sie einander begegnen und noch ganz vorsichtig miteinander spielen. Diese Zurückhaltung wird sich aber bald legen...Wenn Anandá und Shwe Zin größer werden, werden sie bestimmt richtige Schelme!   28. März
     
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Mittwoch, 26. März
26. März   Noch nie haben die Elefanten im Zoo Emmen solch kalte Ostertage erlebt. An einem Tag konnte die Herde nicht einmal geschlossen ins Außengehe gehen.  Auch Anandá ist einige Male zusammen mit Mutter und Schwester in ihren warmen, gemütlichen vier Wänden geblieben. Heute war es aber endlich trocken und sonnig. Die Wärme fehlte zwar noch, aber Anandá und Shwe Zin durften trotzdem draußen spielen. Und das war genau nach dem Geschmack der kleinen Dickhäuter. Wie zwei blitzschnelle Pfeile sind die Beiden ins Freie gestürmt, erzählte Pfleger Wybo.
     
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Freitag, den 14. März
Nachdem Anandá wegen des schlechten Wetters einige Tage im Stall bleiben musste, darf er heute wieder mit der ganzen Herde nach draußen. Die Pfleger Gerwin Lawant und Wybo Walstra sind sich einig: “Anandá genießt ganz klar die Frühlingssonne und wie alle Kinder will er mit allem spielen. Er hat sich eine geraume Zeit intensiv mit ein paar Zweigen beschäftigt. Doch weiß er noch nicht, dass das eigentlich das Lieblingsessen eines Elefanten ist. Vorläufig sieht er in einem solchen Zweig nur ein Spielzeug.
  14. März
     
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Mittwoch, den 12. März
12. März   Da es draußen stürmt, bleibt Anandá mit seiner Mutter und seiner Schwester wieder drinnen. Trotzdem ist der Kleine sehr lebhaft und legt einige Meter zurück. Mal sind die Pfleger im hinteren Stallbereich mit Saubermachen beschäftigt, dann wieder vorne. Als Babyelefant will man nichts verpassen. Doch überall seinen Rüssel hineinzustecken, macht irgendwann todmüde. Zum Glück liegt im Stall ein großer Heuhaufen, auf dem man wunderbar schlafen kann.
     
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Montag, den 10. März
Der Wind bläst zwar heute recht stark, aber solange es nicht regnet, können die Elefanten nach draußen. Anandá trabt unermüdlich durch das ganze Gehege und hat dabei seine Mutter und seine große Schwester im Schlepptau. Pfleger Pieter van der Valk sieht ihn zum ersten Mal vorsichtig auf den Felsen herumklettern. “Schwester Ma Palai wollte ihn erst am Klettern hindern. Als er dennoch auf die Felsen kraxelte, blieb sie immer in unmittelbarer Nähe und hielt ihren Rüssel bereit zum Eingreifen, falls der Kleine sein Gleichgewicht verlieren sollte. Erst als ihr Bruder wieder festen Boden unter den Füßen hatte, wagte sie wieder zu fressen.”   10. März
     
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Elefanten in Emmen
Im Zoo lebt eine große Herde Asiatischer Elefanten. Die Gruppe besteht aus einem ausgewachsenen Elefantenbullen, einigen Elefantenkühen und ihren Jungen, die alle in Emmen geboren sind. Der Elefantenbulle Radza ist mit seinen 7200 kg Körpergewicht und seinen fast zwei Meter langen Stoßzähnen eine beeindruckende Erscheinung. Unter den weiblichen Elefanten gibt es seinetwegen jedoch keinen Ärger. Die Elefantenkühe sind von dem Hünen so beeindruckt, dass sie erst gar nicht auf die Idee kommen, Streit zu suchen. Radza hat im Jahr 2003 den Platz des Bullen Naing Thein eingenommen, der in Emmen Vater von insgesamt 14 Elefanten wurde. Als seine älteste Tochter Mingalar Oo geschlechtsreif wurde, musste Naing Thein wegen der Inzuchtgefahr in einen anderen Zoo umziehen.
     
Elefanten in Emmen
     
Radza kontrolliert regelmäßig, ob eine der Elefantenkühe gerade fruchtbar ist. Dann deckt er dieses Weibchen. Ob eine Paarung erfolgreich ist, wissen wir jedoch erst nach geraumer Zeit. Einen deutlich dicken Bauch bekommt eine Elefantenkuh nämlich erst gegen Ende der Tragezeit, die immerhin 18 bis 22 Monate dauert. Mittlerweile leben in Emmen schon vier Nachkommen von Radza.
Der jüngste Zugang, ein Männchen, wurde am Montag, den 25. Februar abends geboren. Er ist das dritte Junge von Htoo Yin Aye und wurde inmitten von 15 Herdengenossen geboren. Auch Radza stand dort mit erhobenem Rüssel, als sein jüngster Sohn mit 130 kg Geburtsgewicht auf die Welt kam. Wie es Htoo Yin Aye, ihrem Jungen und dem Rest der Herde so ergeht, können Sie hier im Elefanten-Tagebuch verfolgen.